Was Tests wirklich zeigen
Eine Aufbereitung öffentlich zugänglicher Testergebnisse und Erfahrungsberichte zu Wasserfiltern, Sprudlern und Trinkwasserqualität in Deutschland.
Wasserfilter im Test
Stiftung Warentest hat Tischwasserfilter in verschiedenen Jahrgängen untersucht. Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild, das von der lokalen Wasserqualität abhängt.
Was getestet wurde
Aktivkohlefilter in Kannensystem, die Leitungswasser durchlaufen lassen. Gemessen wurden Reduktion von Chlor, Schwermetallen, Nitrat und Keimbelastung nach Nutzung.
Zentrale Befunde
Filter reduzierten Chlor messbar. Bei Schwermetallen war das Ergebnis abhängig vom Ausgangswasser. Kritisch: Patronen, die zu lange in Betrieb waren, zeigten erhöhte Keimzahlen. Das Filtergehäuse selbst kann zum Hygieneproblem werden, wenn es nicht regelmäßig gereinigt wird.
Was getestet wurde
Haushaltssprudler, die Leitungswasser mit CO2 versetzen. Untersucht wurden Handhabung, Haltbarkeit, Sprudelgrad und Hygiene der Flaschen.
Zentrale Befunde
Die meisten Geräte funktionieren zuverlässig. Unterschiede zeigen sich beim Sprudelgrad und der Handhabung der CO2-Zylinder. Die mitgelieferten Flaschen sollten regelmäßig gereinigt werden. Das erzeugte Sprudelwasser entspricht in der Zusammensetzung dem Ausgangsleitungswasser, lediglich der CO2-Gehalt steigt.
Was getestet wurde
Abgefülltes Mineralwasser aus dem Handel auf Mineralstoffgehalt, Keimbelastung, Nitrat und Rückstände. Vergleich verschiedener Marken und Quellen.
Zentrale Befunde
Mineralwasser unterliegt anderen Vorschriften als Leitungswasser. Es muss aus einer anerkannten Quelle stammen und darf kaum aufbereitet werden. Grenzwerte für bestimmte Stoffe wie Nitrat sind bei Mineralwasser strenger, bei anderen Parametern jedoch weniger streng als bei Leitungswasser. Nicht jedes Mineralwasser ist "reiner" als Leitungswasser.
Was amtliche Kontrollen zeigen
Das Umweltbundesamt veröffentlicht regelmäßig Berichte zur Trinkwasserqualität in Deutschland. Die Datenlage ist öffentlich zugänglich.
Kontinuierliche Überwachung
Wasserversorger sind gesetzlich verpflichtet, ihr Wasser regelmäßig auf eine Vielzahl von Parametern zu untersuchen. Die Häufigkeit der Kontrollen richtet sich nach der gelieferten Wassermenge.
Grenzwerte der TrinkwV 2023
Die novellierte Trinkwasserverordnung von 2023 hat neue Parameter aufgenommen, darunter PFAS und Mikroplastik. Damit reagiert der Gesetzgeber auf aktuelle Forschungsergebnisse.
Hausinstallation als Faktor
Die Qualität des Wassers kann sich zwischen dem Wasserwerk und dem Wasserhahn verändern. Alte Bleileitungen (vor 1973) oder korrodierte Kupferrohre können Schadstoffe abgeben.
Trinkwasserbericht beantragen
Jeder Verbraucher hat das Recht, vom Wasserversorger Auskunft über die Qualität des gelieferten Wassers zu erhalten. Viele Versorger veröffentlichen Jahresberichte online.
Wann lohnt eine private Analyse?
Eine private Wasseranalyse durch ein akkreditiertes Labor kann sinnvoll sein, wenn Sie in einem Altbau wohnen und unsicher sind, ob noch Bleileitungen vorhanden sind. Auch bei ungewöhnlichem Geruch oder Verfärbung des Wassers ist eine Analyse ein möglicher erster Schritt.
Akkreditierte Labore in Deutschland sind beim Deutschen Akkreditierungsdienst (DAkkS) gelistet. Die Kosten variieren je nach Umfang der Untersuchung. Ein Basis-Paket umfasst in der Regel mikrobiologische Parameter, Schwermetalle und allgemeine chemische Kenngrößen.